Interview Mit Iwc-ceo Christopher Glenn-hale: Einzigartiges Design, Inspiriert Vom Modernistischen Stil Des Expo-pavillons

bei der Schaffung guter Arbeitsbedingungen? Warum beherbergt das neue Uhrmacherzentrum die Seele der Marke IWC? Christoph Grainger-Herr, Geschäftsführer und Architekt von Schaffhausen IWC, war persönlich am Entwurf des neuen Uhrmacherzentrums beteiligt.

Christopher Glenn-Hale, CEO von IWC

Warum fasziniert Sie Architektur als junger Student?
Christopher Glenn-Hale: Architektonische Kunst beinhaltet weit mehr als nur das Entwerfen eines praktischen Gebäudes. Ein Gebäude ist ein Lebensraum, der sich direkt auf das Leben oder die Arbeitsweise der Menschen auswirkt. Das habe ich auch im neuen Uhrenzentrum gesehen: Mehr als 230 Mitarbeiter bezeichneten das Gebäude als „Zuhause“ ihrer Arbeit. Die Gestaltung dieses Gebäudes beeinflusst ihre täglichen Aktivitäten und ihre sozialen Beziehungen. Daher müssen Architekten verstehen, wie sich Menschen verhalten und wie Menschen miteinander umgehen. Diese Gesamtperspektive hat mich schon immer fasziniert.

Welche Anforderungen stellen Sie als Architekt an das Uhrmacherzentrum?
Christopher Greinger-Haier: Natürlich muss dieses Gebäude perfekte Produktionsbedingungen haben und ein hervorragendes Arbeitsumfeld für unsere Mitarbeiter bieten. Es ist auch wichtig, den Besuchern ein einzigartiges Erlebnis zu bieten. Wir brauchen aber mehr als nur eine funktionierende Fabrik – wir brauchen ein Gebäude, das sowohl optisch als auch konnotativ ist: Es hat sowohl ästhetische Qualitäten als auch die Seele unserer Marke. Daher haben wir viel Zeit darauf verwendet, unseren Mitarbeitern und Besuchern die Essenz von IWC durch die Form der Architektur genau zu vermitteln, ebenso wie die Gestaltung unserer Geschäfte, Ausstellungen usw.

Welche Rolle nehmen Sie in all Ihrer Arbeit ein?
Christopher Glenn-Hale: Nachdem ich entschieden hatte, wie viel Platz für unsere Produktionsanforderungen gebaut werden sollte, war ich an der Ausarbeitung des ursprünglichen Architekturentwurfs beteiligt und gab den Ton für die architektonische Gestaltung an. Während des anschließenden Entwurfsprozesses und während der Bauphase war ich der Vertreter der architektonischen Probleme von IWC und traf Entscheidungen zur architektonischen Ästhetik und war für die Entscheidung über die zu verwendenden Materialien verantwortlich.

Wo ist Ihre Inspiration für dieses Design?
Christopher Glenn-Hale: Ich dachte an einen modernistischen Weltausstellungspavillon. Diese Pavillons waren die größten Errungenschaften der Länder bei der Demonstration ihrer Technologie, ihres Handels und ihrer Kunst. Ich denke, dieses Design für Galerie, Atelier und Technik eignet sich sehr gut für die Grundlage unseres Architekturentwurfs. Der klassisch-modernistische Stil passt perfekt zu unserem Markenimage. Wir sind ein 150 Jahre alter Hersteller, gleichzeitig aber auch ein zukunftsorientiertes Unternehmen. Die modernistische Architektur ist der perfekte Ausdruck dafür. Es ist keine Retro-Klassik, sondern eine klassische Interpretation der Zukunft.
Wie verbessert die Kunst der architektonischen Gestaltung die Arbeitsbedingungen?
Christopher Glenn-Hale: Viele der Gebäude in der Fabrik sind jetzt als Glaswürfel konzipiert. Dies ist jedoch offensichtlich nicht für die Produktionswerkstatt geeignet, da der Schatteneffekt minimal ist, was zu einer sehr hohen Temperatur im Inneren des Gebäudes führt. Außerdem ist es schwierig, den Raum zu unterteilen, weil überall Glas ist. Deshalb wollen wir nicht die integrierte Ganzglas-Vorhangfassade verwenden, sondern wählen den Sockel mit dem Scheibenglas sowie das Flachdach hinter der Fassade und erzielen so den Abschattungseffekt. Das automatisierte Beschattungssystem gibt durch mathematische Berechnungen das Ausmaß der Traufwölbung an – eine Kombination aus zwei Faktoren, die zusammen einen flexiblen Raum ergeben, der je nach Bedarf und mit viel Tageslicht ohne Blendung leicht segmentiert werden kann.

Spielt die Kunst der architektonischen Gestaltung eine andere Rolle?
Christopher Glenn-Hale: Wenn Sie dieses neue Uhrmacherzentrum betreten, werden Sie sofort spüren, wie IWC ist und wie stolz unsere Mitarbeiter sind. Wenn wir die Produktion auf verschiedene Stockwerke oder Gebäude verteilen, haben Sie dieses Gefühl nicht. Um beispielsweise eine effektive Teamarbeit zu fördern, haben wir entsprechende Arbeitsbereiche mit „Vollpersonal“ eingerichtet. Mitglieder desselben Teams können die Ziele, Qualitätsanforderungen und aktuellen Probleme der Abteilung im entsprechenden Arbeitsbereich „Vollpersonal“ diskutieren. Aus dieser Perspektive hat die Kunst des Architekturdesigns die Kommunikationsgeschwindigkeit und die Prozesse verbessert. Um eine ganz besondere Atmosphäre zu schaffen, haben wir auch verschiedene architektonische Gestaltungstechniken angewendet, wie beispielsweise das Verlegen von Dielen für das erhöhte Flachdach. Dies verleiht dem neuen Gebäude ein Gefühl von Zuhause – ein Zuhause mit einem geräumigen Balkon, der eine warme Atmosphäre schafft.

Wie spiegelt dieses Gebäude den Markenwert von IWC wider?
Christopher Glenn-Hale: Die Scheiben aus reinem Schwarz stehen im Kontrast zu den strahlend weißen Flachdächern – und auch der Kontrast vieler unserer Uhren ist kontrastreich. Der Boden „Holzkern + warmer Stein“ vermittelt Wärme und Luxus. Der warme Zentralbereich der gesamten Anlage ist von einem kühlen, laborähnlichen Produktionsbereich umgeben. Die Koexistenz dieses luxuriösen Freizeitstils und des feinmechanischen Stils verdichtet perfekt den Geist der Marke IWC.